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Fachbereich

Psychotherapie

Psychotherapie ist eine strukturierte Behandlung bei seelischer Belastung und psychischen Erkrankungen. In geschützten Gesprächen werden Beschwerden, Konflikte, Beziehungsmuster, Bewältigungsstrategien und persönliche Ziele betrachtet, um Belastung zu lindern und psychische Stabilität zu stärken.

Wichtig bei akuten psychischen Krisen

Akute Suizidgedanken, Selbst- oder Fremdgefährdung, starke Erregung, Verwirrtheit, Realitätsverlust oder Rauschzustände können Notfälle sein. Bitte rufen Sie sofort den Rettungsdienst oder wenden Sie sich an die nächste Notaufnahme.

Wann Psychotherapie sinnvoll sein kann

Psychotherapie kann hilfreich sein, wenn psychische Belastungen anhalten, Beschwerden stärker werden oder Alltag, Arbeit, Beziehungen oder körperliches Wohlbefinden beeinträchtigt sind. Ob eine Psychotherapie geeignet ist, wird in den ersten Terminen individuell geklärt.

  • Depressive Beschwerden, Interessenverlust oder anhaltende Erschöpfung
  • Ängste, Panikattacken, Vermeidungsverhalten oder innere Anspannung
  • Belastungsreaktionen nach Lebensveränderungen, Verlusten, Konflikten oder Trauma
  • Wiederkehrende Beziehungskonflikte oder Schwierigkeiten mit Grenzen und Selbstwert
  • Psychosomatische Beschwerden, die durch seelische Belastung beeinflusst werden
  • Zwangsgedanken, zwanghaftes Verhalten oder wiederkehrendes Grübeln
  • Schwierigkeiten im Umgang mit chronischer Erkrankung, Schmerzen oder neurologischen Beschwerden
  • Persönliche Krisen, Entscheidungskonflikte oder der Wunsch, wiederkehrende Muster besser zu verstehen

Diagnostik

Wie Psychotherapie beginnt

Die ersten Termine dienen dazu, aktuelle Beschwerden, persönliche Hintergründe und Behandlungsziele zu verstehen. Dabei wird auch geklärt, ob Psychotherapie in diesem Rahmen geeignet ist oder ob eine andere Form der Unterstützung passender ist.

Erstgespräch

Im Erstgespräch stehen aktuelle Beschwerden, Lebenssituation, bisherige Behandlungen, Erwartungen und die Fragestellung im Mittelpunkt, die in der Therapie geklärt werden soll.

Probatorische Sitzungen

Probatorische Sitzungen helfen, Indikation, therapeutischen Schwerpunkt, Zusammenarbeit und die Möglichkeit einer tragfähigen therapeutischen Beziehung einzuschätzen.

Behandlungsziele

Therapieziele werden gemeinsam festgelegt und können Beschwerdelinderung, bessere Emotionsregulation, stärkeren Selbstwert oder einen klareren Umgang mit Konflikten umfassen.

Medizinischer Kontext

Körperliche Erkrankungen, Medikamente, Schlaf, neurologische Beschwerden und psychiatrische Behandlung werden bei Bedarf berücksichtigt.

Therapeutischer Schwerpunkt

Die Arbeit ist individuell ausgerichtet und kann psychodynamisches Verstehen aktueller Konflikte, Stabilisierung, Psychoedukation und praktische Strategien für den Alltag umfassen. Das genaue Vorgehen richtet sich nach Beschwerden, Behandlungsziel und therapeutischer Indikation.

Beschwerden und Muster verstehen

Wiederkehrende Gedanken, Gefühle, Verhaltensmuster und Beziehungserfahrungen können betrachtet werden, um besser zu verstehen, was Belastungen aufrechterhält.

Stabilisierung und Bewältigungsstrategien

Therapie kann dabei unterstützen, Strategien im Umgang mit Anspannung, Angst, depressiven Gedanken, Stress und schwierigen zwischenmenschlichen Situationen zu entwickeln.

Psychosomatische Zusammenhänge

Wenn körperliche Beschwerden und psychische Belastung sich gegenseitig beeinflussen, kann Psychotherapie helfen, Zusammenhänge zu erkennen und einen gesünderen Umgang mit Beschwerden zu entwickeln.

Abstimmung mit psychiatrischer Behandlung

Wenn Medikamente oder eine psychiatrische Verlaufskontrolle sinnvoll sind, kann Psychotherapie mit der ärztlichen Behandlung abgestimmt werden, damit sich beide Ansätze ergänzen.

Emotionales Bewusstsein

Emotionsrad zur Orientierung in der Therapie

Ein Emotionsrad kann helfen, innere Zustände genauer zu benennen. Das kann in der Psychotherapie hilfreich sein, wenn Gefühle diffus, gemischt oder schwer zu beschreiben sind.

Das Rad ist kein diagnostisches Instrument. Es dient als praktische Hilfe zur Vorbereitung, Reflexion und für therapeutische Gespräche.

Mögliche Gesprächsschwerpunkte

  • Wahrnehmen, was innerlich geschieht
  • Genauere Worte für Anspannung, Traurigkeit, Angst oder Wut finden
  • Muster in Beziehungen, Stress und Körpersignalen erkennen
  • Beschreiben, welche Unterstützung oder Grenze gerade benötigt wird
Inneres Erleben Klar benennen
Freude Erleichterung, Zuversicht, Dankbarkeit
Angst Sorge, Unsicherheit, Panik
Traurigkeit Trauer, Einsamkeit, Enttäuschung
Wut Frust, Gereiztheit, Grenzen
Scham Verlegenheit, Selbstzweifel, Rückzug
Schuld Verantwortung, Reue, Wiedergutmachung
Ekel Ablehnung, Abneigung, Distanz
Überraschung Überforderung, Neugier, Wachsamkeit

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Ist Psychotherapie für alle Versicherungsarten verfügbar?

Psychotherapie wird aktuell nur für privatversicherte Patientinnen und Patienten sowie Selbstzahler angeboten. Bitte klären Sie Kosten und Erstattungsmöglichkeiten vor Beginn der Behandlung.

Beginnt mit dem Erstgespräch automatisch eine Langzeittherapie?

Nein. Das Erstgespräch dient dazu, Beschwerden, Indikation, Behandlungsmöglichkeiten und die Eignung einer Psychotherapie in diesem Rahmen zu klären.

Was sollte ich für die Psychotherapie vorbereiten?

Hilfreich sind Notizen zu aktuellen Beschwerden, Behandlungszielen, bisherigen Therapien, Medikamenten und wichtigen Fragen.

Sind psychotherapeutische Sitzungen vertraulich?

Ja. Psychotherapeutische Gespräche unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Informationen werden nur weitergegeben, wenn eine gesetzliche Grundlage besteht oder Sie ausdrücklich einwilligen.